Viele Zeitungen im und außerhalb des Web wurden schon für tot erklärt, nun dreht eine Zeitschrift den Spieß um und erklärt das Web für tot. "Das Web ist tot" erklärt Wired und meint damit eigentlich: Für Die Zeitungen, für die Medien ist das Web gestorben.
Michael Wolff, ein erfahrener Medienmann, der Gründer des Internetmagazins Newser, meint: Im offenen Web zählt nur Masse in der Größenordnung von Googlenutzern. Die Werbung schielt nur nach Klickzahlen, je größer, desto besser. Den traditionellen Marken hat dieses Konzept nur wenig gebracht während Google dabei reich wurde. Die traditionellen Medien hier in Deutschland weinen alle den alten Zeiten bittere Tränen nach. Sie schielen auf Google und wollen auch ein Stück vom Kuchen abhaben.
Nur Unternehmen, die sich aus dem von Google kontrollierten offenen Web absetzen konnten, waren erfolgreich: Facebook und Apple, die Paralleluniversen schufen
Aber: Das Web ist nicht tot, es explodiert weiter, Facebook, Twitter und Videos boomen. Außerdem kann keine App einen Artikel verbreiten wie das Web. Wired liefert den Beleg dafür: Es hat eine App. Dennoch wurde die Titelgeschichte auf der Webseite des Magazins veröffentlicht. Und nur weil sie dort stand, konnte sie von vielen gelesen, verlinkt und diskutiert werden.
Ja, das Web hat das Leseverhalten verändert, niemand kann diese Entwicklung zurückdrehen; auch Steve Jobs mit seinen Apps nicht. Das Lesen wird sich verändern, es wird sich vom passiven konsumieren zu einem aktiven Prozess umgestalten. Es wird eine soziale Komponente erhalten und damit meine ich nicht die üblichen Kommentare unter Artikeln.
Viele Medienunternehmen vergeuden ihre Energie, dass Rad wieder zurück zudrehen. Traditionelle Zeitungen und Zeitschriften werden nie wieder die alleinigen Gralshüter des Journalismus, der Informationen sein. Auch Apple mit seinen Apps wird das nicht gelingen.
Im Moment frisst Google alles. Man kann Google nicht die Stirn bieten. Man kann sich auch nicht aus dem Web zurückziehen. Zeitungen und ihre Artikel sind auf Verbreitung und auch Verlinkung angewiesen. Nur wenn man es schafft, das Lesen auf eine neue Stufe zu heben, die Einbahnstraße von Medium zu Leser aufzubrechen, ein Lesen 2.0 zu erschaffen, wird man auf Dauer überleben und Erfolg haben!
Internet und Social-Media
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